Kultur pur

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Leben und Wirken des Paul Lincke

paul linckePaul Lincke, Komponist der »Berliner Luft« und geradezu Schöpfer der Berliner Operette, verbrachte seine letzten Lebensmonate in Hahnenklee-Bockswiese und fand dort seine letzte Ruhestätte. 

Das Leben des Paul Lincke
Paul Lincke, geboren am 7. November 1866 bekam im Alter von 18 Jahren ein erstes Engagement als Fagottist am Central-Theater in der Alten Jakobstraße bei Adolf Ernst. Bereits nach einem Jahr wechselte er ins Orchester des Ostend-Theaters in der Großen Frankfurter Straße. Spontan verliebte er sich in die 16-jährige Soubrette Anna Müller, die er ein Jahr später heiratete. Seine Frau feierte später unter dem Namen Anna Müller-Lincke Triumphe beim Berliner Publikum.

In der Unterhaltungs- und Tanzmusik sammelte Lincke am Königsstädtischen Theater, dem Belle-Alliance-Theater und dem Parodie-Theater in der Oranienstraße wertvolle Erfahrungen. Er begleitete musikalisch die Varieté-Programme und lieferte eigene Kompositionen für beliebte Couplet-Sängerinnen. Venus auf Erden, ein revueartiger Einakter, entstand 1897 im Apollo-Theater in der Friedrichstraße. Zwei Jahre lang ließ sich Paul Lincke am berühmtesten europäischen Varieté, den Folies Bergère in Paris, feiern. Danach kehrte er mit neuen Kompositionen an das Apollo-Theater zurück. Mit riesigem Erfolg wurde 1899 Frau Luna uraufgeführt. Im selben Jahr folgten Im Reiche des Indra und 1902 die Operette Lysistrata. Für das Libretto sorgte in beiden Werken Heinz Bolten-Baeckers.

Nach Kriegsende wollte Paul Lincke nach Berlin zurückkehren und bemühte sich lange um eine Zuzugsgenehmigung. Auf Grund seiner angeschlagenen Gesundheit sorgten Freunde in Lautenthal (Oberharz) für eine Übersiedlung in das gesunde Klima nach Hahnenklee. Hier starb er kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres am 3. September 1946. Nach der Trauerfeier in der Stabkirche Hahnenklee erfolgte seine Beisetzung auf dem Hahnenkleer Friedhof, wo sein Grab bis heute gepflegt wird.

Paul-Lincke-RingDer Paul-Lincke-Ring
Ihm zu Ehren wird seit 1955 der Paul-Lincke-Ring für besondere Verdienste auf dem Gebiet der »leichten Muse« verliehen, mit dem seither u. a. René Kollo, Udo Jürgens, Peter Maffay und 2011 Annette Humpe ausgezeichnet wurden. Die Erinnerungen an Paul Lincke werden heute am Paul-Lincke-Platz wach gehalten, wo sich der Brunnen mit den Ehrentafeln und die Litfaßsäule mit den Namen der Preisträger befindet.

Zu Ehren des großen Operettenkomponisten wird jährlich der Paul-Lincke-Ring an einen bedeutenden Vertreter der deutschen Unterhaltungsmusik verliehen. Der in Berlin geborene und lebende Lincke hat 1946 auf dem Friedhof in Hahnenklee seine letzte Ruhestätte gefunden.

Der goldene Paul-Lincke-Ring wurde von den Goldschmieden Willi und Magdalena Blomquist entworfen. Er trägt die Initialen Paul Linckes und ist mit einer von einem Lorbeerzweig umschlungenen Lyra geschmückt.

Bisherige Preisträger:

2015: Clueso
2013: Silbermond
2011: Annette Humpe
2009: Die Fantastischen Vier
2007: Peter Plate
2005: Max Raabe
2003: Udo Lindenberg
2001: Nicole Seibert, Rolf Zuchowski
1999: Klaus Doldinger
1997: Freddy Quinn
1995: Peter Maffay
1993: Christian Bruhn
1991: René Kollo
1989: Michael Kunze
1987: Lotar Olias
1985: Werner Bochmann
1983: Ralph Siegel
1981: Udo Jürgens
1979: Günther Schwenn
1977: Michael Jary
1975: Peter Keuder
1973: Norbert Schultze
1971: Günter Neumann, Werner Eisbrenner
1969: Nico Dostal
1966: Dr. Edmund Nick, Franz Grothe
1964: Will Meisel
1961: Hans Carste
1959: Rudolf Nelson
1957: Gerhard Winkler
1955: Friedrich Schröder

 

Weitere Informationen:

Freundeskreis Paul-Lincke-Ring e.V.
Almuth Ahrendts
Höhenweg 2, 38644 Goslar-Hahnenklee
Tel.: 05325 51530
Internet: www.paul-lincke.de
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder

Stadt Goslar
Susanne Roßdeutscher
Königstraße 3, 38640 Goslar
Tel.: 05321 704 632